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Begegnung von Mensch zu Mensch - Podiumsdiskussion zu Obdachlosenfeindlichkeit in Treptow-Köpenick

Am Freitag, den 12. Oktober, laden wir Euch von 17 bis 19 Uhr ganz herzlich in den Industriesalon Schöneweide ein mitzudiskutieren!

Im Rahmen der Thementage: „Begegnung von Mensch zu Mensch“ planen wir an diesem Tag eine Podiumsdiskussion, die sich noch einmal explizit mit der Situation obdach- und wohnungsloser Menschen hier im Bezirk beschäftigt.

Wir möchten mit dieser Veranstaltung auf Augenhöhe miteinander sprechen. Wichtig ist uns dabei die Zugangsoffenheit zu den Themen. Dabei wollen wir nicht über wohnungs- und obdachlose Menschen, sondern mit ihnen diskutieren.

In den letzten Monaten hat das Thema wieder erhebliche Brisanz gewonnen, nicht zuletzt durch den Mordversuch an den beiden Obdachlosen Andi und Lothar am S-Bahnhof Schöneweide. Zudem steht die kalte Jahreszeit wieder vor der Tür und ist für die Betroffenen und Helfer_innen jedes Jahr aufs Neue eine große Herausforderung.

Die Professorin Susanne Gerull von der Alice Salomon Hochschule Berlin wird zu Beginn der Veranstaltung knapp die beiden Begrifflichkeiten: Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit klären und die Gründe für eine Stigmatisierung und Ausgrenzung dieser Menschengruppe aufzeigen. Anschließend wollen wir praxisnah und verständlich die Experten zu Wort kommen lassen:

  • wie den ehemaligen Obdachlosen Klaus Seilwinder,
  • Juri Schaffranek, der bei GANGWAY e.V. Streetwork mit Erwachsenen koordiniert,
  • Alexander Fischer, der Staatssekretär für Arbeit und Soziales ist
  • und die Professorin Susanne Gerull, die an der Alice Salomon Hochschule lehrt und zu deren Forschungsschwerpunkten „Wohnungslosigkeit“ zählt.

Danach wird die thematisch begleitende Ausstellung „Begegnung von Mensch zu Mensch“ eröffnet . Ziel der Ausstellung ist es den menschlichen Blick zu vertiefen. Mittels Fotoaufnahmen von 2015 und 2018 und einem Audiowalk durch Schöneweide sollen Interessierte die Gelegenheit bekommen, für kurze Zeit in eine andere Lebenswelt einzutauchen.

Der Eintritt ist für alle kostenfrei!

Es werden an diesem Abend nur alkoholfreie Getränke gereicht.

PM: Archenhold-Gymnasium in Schöneweide feiert 10-jähriges Jubiläum als Courage-Schule

21.09.18

Am 14. Juli 2008 wurde der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" dem Archenhold-Gymnasium verliehen. In den letzten 10 Jahren wurden viele Projekte durchgeführt. Von Aktivitäten gegen Rechtsextremismus im Bezirk bis hin zur aktiven Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften. Mit hohem Engagement und einer Vielzahl von Schüler*innen und Lehrkräften konnte der Titel mit Leben gefüllt werden.

Das 10-Jährige wurde zum Anlass genommen ein Projekttag mit insgesamt 20 Workshopangeboten zu gesellschaftspolitischen Themen durchzuführen. Das Projekt aras* - Politische Bildung an Schulen unterstütze die Veranstaltung mit insgesamt 6 Workshops die eine große Fülle an Themen behandelten. Von Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen über Antisemitismus bis hin zur Geschichte von rechtem Terror. Der Schulleiter Herr Uhlig freute sich über die Unterstützung durch das von offensiv‘91 e.V. getragene Projekt: "Die Workshops, die aras* heute bei uns und auch schon vorher im Bezirk durchgeführt hat, sind ein sehr interessantes Angebot für Schülerinnen und Schüler. Wir freuen uns auch über die durch aras* erreichte Vernetzung der „Schulen ohne Rassismus“ im Bezirk."

Auch Samuel Signer, Projektleitung von aras*, zieht ein positives Fazit: "Es ist uns eine große Freude unseren Teil an diesem Tag beizutragen. Das Archenhold-Gymnasium hat nicht nur engagierte Schüler*innen die das Zusammenleben im Bezirk positiv prägen sondern auch ein tolles Kollegium das den Großteil der Projekte und Workshops durchgeführt hat. Herzlichen Glückwunsch zum 10-Jährigen!"

archenhold klein

 

Rückfragen an:

Samuel Signer

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel.: 0163 301 90 37

www.zentrum-für-demokratie.de/aras

PM: Neonazistische Gewalt in Schöneweide nimmt wieder zu

In den letzten Wochen häufen sich neonazistische Vorfälle und Angriffe in Schöneweide. Das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick und engagierte Anwohner_innen stehen im Fokus.

Seit einiger Zeit nehmen rassistische und neonazistische Übergriffe in Schöneweide wieder zu. Das Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in Treptow-Köpenick stellt im August zunehmende Aktivitäten im Bezirk fest. Betroffen sind insbesondere das Zentrum für Demokratie (ZfD) am Bahnhof Schöneweide sowie Anwohner_innen in Niederschöneweide.

Während mehrere Mitarbeiter_innen des ZfD am 16. August zur Mittagszeit im Zentrum arbeiteten, schlug ein Mann mehrere Nägel in das Rollladenschloss und beschädigte damit dabei die Schließanlage. Vergangene Bedrohungen durch Neonazis hatten diese Sicherheitsmaßnahme notwendig gemacht. In der Woche zuvor bedrohte ein Mann mehrere Teilnehmer_innen eines antifaschistischen Putzspaziergangs unter Androhung von Gewalt. Der Putzspaziergang zur
Entfernung neonazistischer Propaganda war auf Initiative einer Anwohnerin vom Bündnis für Demokratie und Toleranz organisiert worden.

Diese Ereignisse werden flankiert durch Bedrohungen in den sozialen Medien. So veröffentlichte die rassistische Facebook-Seite „Nein zum Heim in Köpenick“ ein Porträtfoto einer Zentrums-Mitarbeiterin, woraufhin Unterstützer der Seite in den Kommentaren zahlreiche Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien posteten.

Politisch begleitet wurde dieser Prozess durch eine Vielzahl von Anfragen in der Bezirksveordnetenversammlung (BVV) und dem Abgeordnetenhaus. (AGH). Diese diffamieren die Arbeit des ZfDs und stellen zivilgesellschaftliches Engagement unter Generalverdacht: In der BVV-Sitzung vom 17.05.2018 sprach der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Denis Henkel unter anderem in Bezug auf das Zentrum für Demokratie davon, „den Sumpf trocken [zu] legen.“

„Wir, das Bündnis für Demokratie und Toleranz, werden es nicht zulassen, dass hier im Bezirk eine Atmosphäre von Angst und Gewalt durch Rechtspopulist_innen und Neonazis erzeugt wird. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, klare Kante gegen Menschenhass und die Vereinnahmung des öffentlichen Raumes durch Rassist_innen zu zeigen. Wir als zivilgesellschaftliches Bündnis stellen uns ganz klar hinter die Mitarbeiter_innen des Zentrums für Demokratie und ihre wichtige Arbeit im Bezirk. Wir stehen für ein demokratisches, solidarisches und respektvolles Miteinander hier in Treptow-Köpenick!“, betont der Sprecher des Bündnisses, Lars Düsterhöft, in einer Stellungnahme.


Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick (Lars Düsterhöft und Karin Kant)

Berlin, 11.9.2018

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.demokratie-tk.de

Kontakt:
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
c/o offensiv'91 e.V.
Telefon: 030 - 654 87 293
Hasselwerderstr. 38-40
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
12439 Berlin

Die Pressemitteilung findet ihr hier.

Radtour zu Orten der Solidarität in Treptow-Köpenick

Am Sonntag, den 23. September findet eine Entdeckungsreise zu Orten der Solidarität und der Unterstützung in Treptow-Köpenick statt!

Solidarität und gegenseitige Unterstützung werden im Anbetracht des Rechtsrucks der deutschen Gesellschaft und der andauernden Präsenz von Rassismus zu immer wichtigeren demokratischen Werten.

Es gibt in Treptow-Köpenick viele Orte, die eher im Verborgenen Werkstätten der Solidarität sind. Hier wird Solidarität im Alltag gelebt und an diesen Orten werden neue Formen des Zusammenlebens ausprobiert.

Wir laden euch ein diese Orte mit uns kennenzulernen und zu entdecken und mit den Akteuren, die diese Orte gestalten ins Gespräch zu kommen. Die Vernetzung und das gegenseitige Kennenlernen stehen im Zentrum der geplanten Radtour. Wir freuen uns über eine rege Beteiligung!

 

Treffpunkt: Zentrum für Demokratie (Michael-Brückner-Straße 1)

Wann: Sonntag, den 23. September von 15 Uhr bis 18 Uhr

Bitte kommt mit euren Drahteseln!

 

 

PM: Extrem rechte Vorfälle in Treptow-Köpenick steigen an

Das Register zur Erfassung diskriminierender und extrem rechter Vorfälle in Treptow-Köpenick meldet einen starken Anstieg in der ersten Jahreshälfte.

Dies zeigt sich vor allem im Vergleich mit dem Vorjahr. Waren es 2017 im selben Zeitraum noch 206 Vorfälle, so sind es bereits 2018 über 260 (+27%). Dieser Anstieg lässt sich vor allem auf die Bereiche Propaganda (+30%) und Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (+181%) zurückführen. Insbesondere Übergriffe (Angriffe und Beleidigungen/Bedrohungen/Pöbeleien) stiegen an, vor allem auf politische Gegner_innen und auf von Rassismus betroffene Menschen. Sie waren in 24 Fällen rassistisch motiviert (+41%) und richteten sich in 12 Fällen gegen politische Gegner_innen (+100%). Als Schwerpunktorte der Gewalt lassen sich Niederschöneweide mit 13 Vorfällen, Oberschöneweide mit 7 Vorfällen, sowie Adlershof und Köpenick Mitte mit jeweils 6 Vorfällen ausmachen.

Der August war der Monat mit den meisten erfassten Vorfällen. Hier wurden auch die meisten Übergriffe (8) gemeldet. Insgesamt 21 Vorfälle (45%) im August ereigneten sich in Niederschöneweide, was vor allem auch in diesem Ortsteil eine massive Steigerung (Monatsdurchschnitt: 9) ausmacht. Sie setzten sich aus Propaganda (15), Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (5) und Sachbeschädigung (1) zusammen. Hierzu zwei Fallbeispiele:

Sachbeschädigung (16.08.2018)
Gegen Mittag hörte eine Mitarbeiterin des Zentrums für Demokratie ein kratzendes Geräusch an der Eingangstür. Als das Geräusch weiter anhielt, näherte sie sich der Tür und sah einen Mann mit einem Schraubenzieher an der Tür werkeln. Als sie daraufhin die Tür öffnete, hatte sich der Mann schon ein paar Schritte entfernt und reagierte auf ihre Ansprache nicht. Wenig später entfernte er sich über den S-Bahnhof Schöneweide. Am Abend als eine weitere Mitarbeiterin gehen wollte, stellte sie fest, dass zwei Nägel in das Außenschloss für das Rollo eingeschlagen worden waren. Das Schloss war nicht mehr nutzbar und musste ersetzt werden.

Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (04.08.2018)
Am späten Abend stieg eine Gruppe von ca. 7 Personen aus der S-Bahn am Bahnhof Schöneweide und brüllte „Jude, Jude, Jude“. Dies wiederholten sie auch beim Verlassen des Bahnhofes. Die Gruppe überquerte dann die Michael-Brückner-Straße und brüllte auf dem Mittelstreifen „Frei, sozial und national“, woraufhin mehrere Jugendliche lautstark widersprachen. Die Gruppe Neonazis drehte daraufhin um und wollte zu den Jugendlichen, was drei hinzukommende Polizisten verhinderten. Die Neonazis zogen dann in die Brückenstraße und brüllten wiederholt ihre Parolen sowie mehrfach „Nationalsozialismus jetzt!“. Die Neonazis kehrten dann unbehelligt in eine Kneipe in der Brückenstraße ein.

„Es ist mit einem weiterem Anstieg der Vorfälle in diesem Jahr zu rechnen. Neonazis und Rassist_innen scheinen von der gesellschaftlichen Entwicklung beflügelt. Sie versuchen verstärkt den öffentlichen Raum zu besetzen, People of Colour gewaltsam zu vertreiben und die Zivilgesellschaft einzuschüchtern“, schätzt Jeannine Löffler, Koordinatorin des Registers Treptow-Köpenick, ein.

Berlin, den 11.9.2018

Weitere Informationen
www.berliner-register.de/treptow-koepenick

Kontakt
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
Telefon: 030/ 65487293
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Pressemitteilung findet ihr hier.

gefördert durch
Besuchsadresse

Zentrum für Demokratie

Michael-Brückner-Str. 1/Spreestraße
(gegenüber S-Bhf Schöneweide)

Tel.: 030 - 65 48 72 93
E-Mail: zentrum@offensiv91.de
Postanschrift

Zentrum für Demokratie
c/o Villa offensiv
Hasselwerderstr. 38 - 40
12439 Berlin
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